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Was läuft gerade im Brioche

Das Brioche "versüsst" den Stau durch Eschenbach

«Genuss und Freude» verbindet man mit dem Brioche, nicht unbedingt mit dem Eschenbacher Stau. Dass man aber beides auch im Stau erleben kann, haben wir mit unserer morgendlichen Aktion bewiesen.

Es freut uns sehr, dass unsere Geste auf ein dermassen gutes Echo in den konventionellen und sozialen Medien gestossen ist. Hier z. B. der Bericht in der LZ  vom 10. April:

In Eschenbach «versüsst» ein Bäcker den Automobilisten die Stauzeit

Die Bauarbeiten am Knoten im Dorfzentrum verursachen vor allem am Morgen und am Abend lange Wartezeiten. Ein Eschenbacher Bäcker begegnet dem Ärger der Verkehrsteilnehmer auf seine Weise.

Dienstagmorgen, 6.30 Uhr: Im Dorfkern von Eschenbach beginnt sich die Blechlawine langsam aber stetig zu stauen. Was dort zu Stosszeiten für viele Automobilisten bereits zum täglichen Ärgernis gehört, hat sich in den vergangenen Wochen zusätzlich verschärft. Der Grund: Wegen den vor rund einem Monat begonnenen Bauarbeiten beim Knoten Rothenburgstrasse/Seetalstrasse/Luzernstrasse wird der Verkehr vor der Klosterkirche aktuell einspurig geführt. Eine Lichtsignalanlage – zu Stosszeiten von Lotsen bedient – reguliert die Durchfahrt des motorisierten Verkehrs. Dieser Zustand dürfte bis im November anhalten. So lange dauern die Bauarbeiten am Knoten noch.

An diesem Morgen sind die Fahrzeugkolonnen wiederum lang. Denn viele dieser Automobilisten müssen das Nadelöhr passieren. Die Umfahrungsmöglichkeiten halten sich in Grenzen. Auch, weil in Eschenbach beispielsweise einige Quartierstrassen wegen den Bauarbeiten für den «normalen» Durchgangsverkehr temporär gesperrt sind. Lediglich Anstösser dürfen sie benützen.

300 Brötli und Kaffeebons in 75 Minuten verteilt

6.45 Uhr: Die Kolonnen werden länger. An der neuralgischen Kreuzung steht etwas überhöht ein Lotse. Mittels Funksteuerung versuchen diese Personen jeweils am Morgen und am Abend den Verkehr für die Automobilisten in erträglicher Form zu regulieren. Er sagt: «Die Situation ist nicht einfach.» Doch es gebe praktisch keine andere Lösung.

Einige hundert Meter vom Lotsen entfernt, ist zur selben Zeit auch Daniel Kronenberg mit seinem Neffen Andreas unterwegs. «Guten Morgen, ich möchte Ihnen ein Vollkornbrötli und einen Kaffeebon offerieren», sagt der Mitinhaber der Café-Bäckerei Brioche AG, nachdem ein Automobilist – weit vor der rot leuchtenden Ampel wartend – die Scheibe beim Fahrersitz runtergelassen hat. «Wenn Sie den Bon einlösen wollen, können Sie da vorne runterfahren und so auch den Stau umgehen», fügt er noch an und wünscht dem Automobilist zugleich «einen schönen Tag».

Das Brioche befindet sich an der Eschenbacher Unterdorfstrasse und ist momentan als «gesperrter Schleichweg» deklariert. Er versuche die Leute auf diese Weise abzuholen und für einen Besuch zu gewinnen. Weiter wolle er den Kunden vermitteln, dass die Zufahrt zum Brioche erlaubt sei, sagt Kronenberg, angesprochen auf den Grund seiner Aktion. Zudem sei ihm wichtig, «positiv auf unseren Berufsstand aufmerksam zu machen – speziell in einer Zeit, wo das Bäckersterben vielerorts ein Thema ist.».

7 Uhr: Die Kompressoren starten. Die Bauarbeiten am Knoten vor der Klosterkirche beginnen wieder. Derweil bewegt sich die Blechlawine zähflüssig durch den Dorfkern. Fünfzehn bis zwanzig Fahrzeuge pro Phase passieren das Nadelöhr. Kronenberg verteilt weiter Geschenke.
8 Uhr: Nach rund 75 Minuten hat er zusammen mit seinem Neffen Andreas 300 Brötli und Kaffeebons verteilt. Und er zieht ein positives Fazit: «Schön war, dass sich die Mienen der im Stau stehenden Personen von eher griesgrämig praktisch in Sekundenschnelle zu einem Lächeln verwandelten». Dass jemand das Geschenk nicht entgegennehmen wollte, «kam praktisch nicht vor». Und auch ungeduldig hupende Automobilisten, weil vor ihnen noch schnell ein Brötli eingepackt wurde und sich so eine Lücke öffnete, waren Ausnahmen. Eines ist ihm während der morgendlichen Aktion, welche er möglicherweise noch ein-, zweimal wiederholt, allerdings speziell aufgefallen. «In den Fahrzeugen sass fast ausnahmslos nur eine Person.»

Gewerbetreibende zeigen sich nicht erfreut

Sie hätten auch Mails und Briefe von Gewerbetreibenden erhalten, die sich über die Situation nicht erfreut zeigten, sagt Gemeindeammann Markus Kronenberg (CVP). Auch die Verantwortlichen des Kieswerks hätten sich gemeldet, dass sich Lastwagenchauffeure wegen der Baustelle beklagten. Kronenberg findet die Aktion «eine gute Idee». Ausserordentliche Situationen erforderten ausserordentliche Massnahmen.

Originalartikel der LZ

Bild: Boris Bürgisser

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